Die Kirche war gut gefüllt – ein deutliches Zeichen für das große Interesse an diesem besonderen Konzert des „Neuer Chor Hamburg“ – daran konnte auch das zeitgleich stattfindende WM-Spiel nichts ändern. Von Beginn an spannte sich ein eindrucksvoller dramaturgischer Bogen:
Ausgehend von der kantigen, politischen Expressivität Hanns Eislers entwickelte sich das Programm hin zu den zarten, tief berührenden Liedern Ilse Webers.
In dem darauf folgenden schnellen und technisch höchst anspruchsvollen Viktor Ullmann-Werk zeigte sich die Klasse des Streicherinnen-Quartetts: hochdifferenzierte Klangarchitektur, die die jungen Musikerinnen souverän meisterten.
Den Abschluss bildete das ergreifende Requiem von Erich Zeisl, das den Abend in eindringlicher Weise beschloss und lange nachwirkte.
Das Publikum folgte dieser Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit und spürbarer Anteilnahme, registrierte auch den
anstrengenden Bruch mit „durchkreuzten Hörgewohnheiten“. Die emotionale Intensität des Programms und die thematische Verbindung von Exil, Verlust und Erinnerung verliehen dem Konzert eine besondere Tiefe und Geschlossenheit. Die Stücke schufen eine ergreifende Stimmung und Stille im Publikum.
Leider überstieg der Andrang unsere Erwartungen: Nicht alle Besucherinnen und Besucher konnten einen Platz finden. Zudem hatten
wir an diesem Abend keinen Saalordnerdienst organisiert. Für die dadurch entstandenen Unannehmlichkeiten möchten wir uns ausdrücklich entschuldigen.
Umso herzlicher danken wir für die große Zahl an Spenden, sowie für die überwältigende Unterstützung und Wertschätzung, die uns an diesem Abend entgegengebracht wurde.